Wann fördern?


Eine Förderung kann bereits im Vorschulalter beginnen als eine Maßnahme, die der Entwicklung der phonologischen Bewusstheit dient und auf den schulischen Schriftspracherwerb vorbereitet. Hier stehen zunächst Lauschspiele im Mittelpunkt sowie das Erkennen und Bilden von Reimen. Aufbauend auf diesen spielerischen Elementen folgt die Arbeit mit Wörtern und Sätzen sowie mit Silben und Lauten. Der Vergleich von Kindern, die dieses Training durchlaufen haben, mit nicht trainierten Kindern zeigt, dass die Trainingskinder in den ersten drei Grundschuljahren einen deutlichen Vorsprung in der Lese- und Rechtschreibfähigkeit aufwiesen.

In der Regel werden die deutlichen Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und/oder des Rechtschreibens in der zweiten und dritten Klasse der Grundschule auffällig. Es werden aber immer wieder ältere Kinder mit Ihren Eltern in der Beratung vorstellig, denn intelligente Schüler entwickeln Strategien, mit welchen sie sowohl in der Primar- wie in der Sekundarstufe die gravierenden Probleme über Jahre hinweg verbergen. Auch in diesen Fällen können entsprechende Lernkonzepte entwickelt und Hilfe angeboten werden. Vielfältige Erfahrungsberichte zeigen, dass Kinder aus allen Klassen und Schultypen betroffen sind, deren Eltern Förderbedarf anmelden.

Selbst im Erwachsenenalter können entsprechende Trainings sinnvoll sein, um eine drohende berufliche und soziale Ausgrenzung aufgrund von Lese- und Rechtschreibschwäche abzuwenden.

Denn Sprache ist der Schlüssel zur Bildung. Und Bildung, das ist inzwischen hinlänglich bekannt, dauert ein Leben lang.